Modeln…ein Traumjob?

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Models…das sind diese perfekten Menschen, die uns tagtäglich von Werbeplakaten entgegen strahlen, auf den Laufstegen dieser Welt teure Marken präsentieren oder in der Werbung im Abendprogramm für Parfum, Kleidung und andere Luxusgüter werben.

Wenn man Mädchen im Alter von 6-18 Jahren fragt was sie werden wollen dann fällt nicht selten der Satz: „Ich will Model werden“.

Ich finde den Satz nicht weiter verwerflich, wenn er von Mädchen kommt, die nunmal eine sehr fantasievolle Vorstellung von diesem Job haben.

Was mich aber etwas erstaunt & sogar schockiert ist, dass sogar Erwachsene denken, dass das Leben als Model doch wundervoll und sorglos sein muss.

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Als Model oder Mannequin, veraltet Mannekin, bezeichnet man jemanden, dessen Hauptaufgabe der optische Einsatz des eigenen Körpers zum Zwecke der Werbung, Verkaufssteigerung, Vorführung oder Präsentation einer Sache oder Dienstleistung ist.

Models können auch zur Darstellung von ästhetischen, künstlerischen oder politischen Anliegen eingesetzt werden. Die Tätigkeit ist auf die bloße körperliche Anwesenheit beschränkt, um das tatsächliche Ziel im Vordergrund zu halten. In der Regel werden keine sprachlichen, gesanglichen, tänzerischen, akrobatischen oder schauspielerischen Talente benötigt, obwohl Gestik, Mimik, Blickkontakt, Positur, Attitude oft nach Anweisung und für die Präsentation beweglicher Sachen (z. B. Kleidung) das Befolgen choreographischer Anweisungen verlangt werden.

Quelle: Wikipedia

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Diese Definition trifft eigentlich ganz gut worum es in dem Beruf „Model“ geht. Man wirbt mit seinem Körper für ein Produkt.

Dabei geht es nicht um dich als Person mit deinem Charakter oder deiner Persönlichkeit. Die Arbeit ist ausschließlich auf dein Aussehen und deinen Körper beschränkt und damit beschäftigt man sich in diesem Beruf Tag für Tag.

Wenn du einen „normalen“ Job hast dann hast du dort eine Aufgabe, die dich und deine Fähigkeiten fordert, aber für die dein Aussehen meist komplett unbedeutend ist.

Stell dir jetzt vor, dass du jeden Tag komplett auf dein Aussehen runter gebrochen wirst. Du rennst von Casting zu Casting. Mehrere Stunden am Tag und wartest teilweise bis zu 2 Stunden oder mehr….für was letztendlich fragst du dich?

Dafür das du 3 Sekunden von den Casting-Direktoren bekommst. Von oben bis unten wirst du gemustert und dann bekommst du im besten Fall vllt noch ein: „Danke, schönen Tag noch“.

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Das wars….

Nein, du bekommst keine Komplimente, dir wird nicht gesagt, dass sie dich ja ach so toll finden. Nichts davon & damit musst du umgehen lernen.

Auch solltest du dir bewusst sein, dass du als Model keinen geregelten Arbeitsalltag hast und somit auch keine festgelegte Freizeit. Wenn du dich dafür entscheidest zu modeln dann kannst du ab sofort nicht mehr planen. Und wenn du es doch tun solltest, dann wirst du schnell merken, dass deine Pläne oftmals über den Kopf geworfen werden. Wenn dich deine Familie & Freunde fragen was du morgen/nächste Woche machen wirst…dann wirst du dich dabei ertappen immer wieder zu sagen: „Ich weiß es nicht…vllt werde ich wegfliegen, vllt ein Shooting haben, denn da war ja so eine Option oder aber auch nicht. Wer weiß das schon?“ Du lebst also in einer Unsicherheit über das was passieren wird und wo du sein & arbeiten wirst. Du wirst gezwungen spontan und stets abrufbereit zu sein.

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Über dein Gehalt haben wir ja auch noch nicht geredet. Ist doch kein Ding…Models machen doch total schnell viel Kohle. Denkst du das wirklich? Klar wenn du mal Jobs hast dann kann man davon vermutlich schon über die Runden kommen. Ja, richtig…vermutlich über die Runden kommen. Aber mehr auch zunächst nicht…im Luxus wird man ganz sicher nicht schwimmen. Und das was du unbedingt wissen solltest. Es wird nicht so ablaufen, dass du einen Job hast und ein paar Tage das Geld auf deinem Konto sein wird. Nein…ganz sicher nicht :D. Kunden zahlen 3 Monate bis 1 Jahr später. Bis du dein Geld siehst wird also eine ganze Weile vergehen. Und in dieser Zeit, in der du auf dein Geld wartest musst du ja auch irgendwie von etwas leben oder? Darüber solltest du dir vorher Gedanken machen & nicht erst, wenn es zu spät ist und du ohne etwas da stehst. Wichtig zu wissen ist auch noch, dass deine Agentur (die du haben solltest, wenn du ernsthaft als Model arbeiten willst) natürlich auch noch ihren Anteil von deinen Gagen abziehen wird. Je nach Standort der Agentur in der Welt (nationale oder internationale Agentur) wird das 20-60 % Prozent sein. Da die Agentur ja auch am Anfang in dich investiert hat wird sie auch Flüge und Appartement bei Auslandsaufenthalten von deinem Verdienst abziehen….

…und dann bleibt von dem verdienten Geld meist gar nicht mehr soviel übrig.

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Das bedeutet natürlich dann wiederum, dass du dich weiter anstrengen musst. Casting, die Jagd nach dem nächsten Job…

..Das hört niemals auf und dessen musst du dir bewusst sein.

In der Modelwelt wartet niemand auf dich & wenn man ehrlich ist braucht dich auch niemand. Denn es gibt genug Nachwuchs und genug Menschen, die sich das alles so toll und einfach vorstellen, dass sie einfach komplett überstürzt in diese Welt eintauchen. Und dann mit der Zeit ins schwanken geraten, weil eben nicht alles so einfach ist, wie es erscheint.


 

Wenn du Model werden willst solltest du wissen, dass du bestimmte körperliche Vorraussetzungen von Anfang an erfüllen solltest. Ansonsten wird es ein ständiger und ungesunder Kampf mit dir und deinem Körper werden. Wenn du nicht von Natur eine sehr schlanke/kurvenlose Figur hast, dann wird es einfach schwer bis unmöglich die geforderten Maße zu erreichen. 90-60-90 als „Traummaße“ sind schon lange nicht mehr aktuell. Um als Fashionmodel erfolgreich arbeiten zu können sind Maße wie 80-60/62-86 schon realistischer und gefragter. Denn du musst dir bewusst sein…es geht nicht um DICH, sondern um ein Produkt bzw. die Kleidung, die verkauft werden soll. Ein tolle weibliche Frau mit Kurven würde einfach viel mehr die Blicke auf sich als Person ziehen und die Kleidung würde untergehen.

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Das ist auch der Grund weshalb viele Designer sehr junge Models bevorzugen, die eben noch einen kindlichen Körper haben. Du fungierst als Model ja auch eher als „professioneller Kleiderständer“, an der die Kleidung eben einfach nur „runterhängen“ soll.

Du solltest zudem kein Problem damit haben wochen- oder monatelang in den Modemetropolen dieser Welt in Appartements mit anderen Models aus anderen Ländern zusammen zu leben. Jeden Tag von Casting zu Casting zu rennen ohne direkt zu wissen, was es dir bringen wird. Dich alleine zurechtfinden zu müssen in einer Stadt, in der du zuvor noch nie warst.

Du darfst kein Problem damit haben lange von deiner Heimat, deinen Freunden & deiner Familie getrennt zu sein. (und nicht sofort zurück zu können, wenn du keine Lust mehr hast.) Du solltest dir bewusst sein, dass du dich mit diesem Job nicht nur für einen Job, sondern auch für einen kompletten Lebensstil entscheidest. Nicht zu wissen was heute oder morgen sein wird…das wird nun dein Alltag sein.

Man muss das mögen und man darf nicht bequem sein. Den das Modebusiness ist nicht freundlich, lieb & kuschelig. Es ist hart, kalt, aussortierend und kalkulierend. Und das darf dir nicht zu nah gehen, ansonsten gehst du unter.

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Es ist wichtig sich von dem ganzen Oberflächlichkeiten weitestgehend persönlich abzugrenzen. Klar in diesem Job geht es um dein Aussehen, aber sei dir bewusst, dass es eben auch nur das ist was die Kunden in diesem Moment von dir sehen und bewerten. DU selbst bist aber nicht nur dein Aussehen & es gibt weitaus wichtigere Dinge.

DU als Person bist wertvoll mit allem was du zu bieten ist und das macht meiner Meinung nach auch den Unterschied bei den richtig erfolgreichen Modellen. Der Markt ist übersättigt mit wunderschönen Mädchen.

Aber die, die wirklich etwas in diesem Business reißen….sind oft Power-Frauen mit Charakterstärke & einzigartiger Ausstrahlung und das ist es was auch überzeugen kann. Klar ist es wichtig, dass das Aussehen von dir zum Gesuchten passt. Aber was bringt einem ein wunderschönes Gesicht und ein Wahnsinnskörper, wenn auf den Fotos oder im Werbefilm nichts rüberkommt. Wenn man nichts ausstrahlt und nichts darstellt, dann nützt einem das „perfekte“ Aussehen auch nicht immer etwas.

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So…wie denkst du jetzt über das Modeln? Ist es immer noch der perfekte, einfache Job, den du dir vorstellt hast? leicht verdientes Geld…oder siehst du nun, dass eben nicht alles so ist, wie es scheint oder dir durch irgendwelche verzerrte TV-Shows suggeriert wird.?

Ich möchte nicht so klingen, als würde ich diese ganze Fashion-Welt verteufeln…denn wie ihr wahrscheinlich wisst arbeite ich seit kurzer Zeit auch regelmäßig als Model. Aber ich finde solche unüberlegten Aussagen wie: „Modeln ist doch keine Arbeit.“, „ach das ist ja ein Traumjob..immer reisen und schön aussehen können.“ , „Modeln ist ja super einfach..einfach bisschen vor der Kamera stehen.“ einfach unglaublich nervig und auch einfach falsch.

Es ist eine andere Art von Arbeit unter der sich die meisten nichts vorstellen können, weil es fast noch ein kleines Mysterium ist. Ich finde es aber unglaublich schade, dass viele Menschen über etwas urteilen, wovon sie augenscheinlich keine Ahnung haben. Anstatt Interesse zu zeigen und nachzufragen wird eben geurteilt und es wird ein Bild vom Modeln geschaffen, was nunmal oftmals komplett unrealistisch ist.

Ich wollte mit diesem Blog-Post einfach ein bisschen Aufklärungsarbeit schaffen und offenlegen auf was man sich einstellen muss, wenn man sich für das Modeln entscheidet.   Natürlich gibt es auch positive Aspekte, die das Modeln mit sich bringt und für die bin ich auch unglaublich dankbar.

Das Modeln lässt einen reifen und man wird zu einem wahren Organisationstalent..was im Leben ja echt von Vorteil sein kann. 😀

Es ist auch einfach spannend andere Orte zu bereisen und eben nicht nur Ferien zu machen, sondern dort auch richtig zu arbeiten. Es ist unglaublich inspirierend und Horizont erweiternd, mit kreativen Menschen aus aller Welt zusammen zu arbeiten. Und es ist natürlich auch cool Mode von Designerin zu präsentieren und sich mit Ihnen zu freuen, dass sie jahrelange Arbeiten und Entwürfe endlich den Kunden auf dem Laufsteg präsentieren können.

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Ich finde es sehr spannend bei einer Produktion zu sehen wieviele Menschen zusammenarbeiten, um manchmal nur ein Bild fertig zu stellen. Make-up-Artist, Hair-Stylist, Stylistin, Fotograf, Lichtassistenten, Model und der Kunde, die am perfekten Endprodukt feilen und das manchmal bis zu 15 Stunden. Das klingt vllt alles ziemlich verrückt und um ehrlich zu sein trifft es dieses Wort auch am besten.

Dieses Business ist verrückt….aber wahrscheinlich….passe ich deswegen da auch ganz gut rein 😉

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Habt noch einen schönen Tag & passt auf Euch auf…

Wenn ihr wollt könnt ihr mir gerne in den Kommentaren beantworten was ihr von der ganzen Sache haltet & welche Meinung ihr vertretet…Fragen sind auch immer gerne  gesehen! 🙂

Alles Liebe,

Elli ❤

PS: Der beste Rat den ich (was das Modeln angeht) je bekommen habe war übrigens: „Sorge dafür das das Modeln nie die Nummer 1 bzw. die einzige Möglichkeit für Dich ist.“

3 Gedanken zu “Modeln…ein Traumjob?

  1. Ein sehr schöner und ehrlicher Post! Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieser Job kein Ponyhof ist und man sich manchmal echt zusammenreißen muss um sich nicht selbst minderwertig zu fühlen, wenn man nur auf sein Aussehen heruntergestuft wird…
    Außerdem ist es ebenso wie beim Bloggen, dass alle denken man verdient damit super viel Geld. Aber das sind nunmal nur die großen Supermodels oder die riesen Blogger. Sonst keiner.
    Ich hoffe du behälst dir trotzdem deinen Spaß und genießt die schönen Seiten 🙂

    Liebe Grüße
    Pauline ❤

    http://www.mind-wanderer.com

    Gefällt 1 Person

    1. Vielen lieben Dank Pauline 🙂 Freut mich, dass dir gerade dieser Post gefallen hat…Es war mir irgendwie mal ein Bedürfnis das aufzuschreiben, da die wenigsten wirklich realistische Vorstellungen haben, was das Modeln angeht. Ja ich denke mit dem Bloggen kann man das auch ganz gut vergleichen, da hast du definitiv Recht 🙂
      Ist denke ich oft so in kreativen Berufen, dass sich viele Leute das leichter und „spaßiger“ vorstellen, als es dann letztendlich wirklich ist.

      Das werde ich in jedem Fall! Danke 🙂

      ganz liebe Grüße auch an Dich ❤

      Gefällt 1 Person

  2. Hallo Elli,
    Dein Artikel hat mir wirklich sehr gefallen, besonders Deine authentische Darstellung liest sich nicht nur flüssig, sondern bringt diesen Job mal deutlich ans Licht. Gerade erst habe ich im Spiegel einen Interview mit Tatjana Patitz gelesen (eines der Topmodel zu meiner Zeit), da ist es schon interessant zu lesen, wie sich die Zeiten geändert haben! Ich wünsche Dir dennoch ganz viel Power in dieser harten Branche – mir gefallen Deine Fotos 😊😉!

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